Archiv für November 2010
Ausschweifendes Fazit zur Moe Hackett Hörspielpremiere
Ausgerechnet auf Halloween legten wir die Premiere unseres Social Media Amateurhörspiels “Moe Hackett und das Gemälde des Schreckens”.
Lag ja irgendwie nahe, auch wenn wir unsere Premiere nicht als Halloween Veranstaltung sahen.
Als Location hatten wir uns das stillgelegte Neunkircher Burg Theater ausgesucht, ein früher riesiges Kino, das zu Glanzzeiten in den 50er und 60er Jahren über 700 Zuschauern Platz bot und 2002 für die Öffentlichkeit geschlossen wurde. Nach der Schliessung wurde ein Teil des Kinos als Lagerhalle vermietet, der kleinere der beiden Kinosääle wurde restauriert und bot noch Platz für 80 Zuschauer. Diesen kleineren Teil inklusive Foyer kann man mieten.


Dirk, dessen Groschenroman ich zum Moe Hackett Drehbuch umgeschrieben hatte, empfahl mir diese Location, und so schaute ich mir zusammen mit meinem Premieren-Team Bianca, Judith und Sabine die Location im Vorfeld unserer Premierenplanung an. Da wir alle vier auf Anhieb von der Location begeistert waren, entschieden wir uns also für das Burg Theater, um die Premiere unseres Hörspiels zu feiern.
Eine Menge Planung und Organisation folgte, während ganz nebenbei noch Hörspiel und Soundtrack gemischt und eine kleine Visualisierung für die Vorstellung vorbereitet werden mussten – die Leute sollten ja nicht 50 Minuten auf eine leere Leinwand schauen, wenn wir sie schon ins Kino setzten.
Wir rechneten mit vielleicht 20-30 Besuchern und planten entsprechend. Von Anfang an war klar, dass wir eventuelle Einnahmen nicht für uns selbst, sondern für einen Spendenzweck einsetzen wollten. Da wir unser Hörspiel unter einer Creative Commons BY Lizenz veröffentlichen wollten, einigten wir uns darauf, den Creative Commons das zu spenden, was nach Abzug der Raummiete übrig blieb.
Da wir uns nicht sicher waren, ob wir überhaupt unsere Unkosten decken konnten, beschlossen wir, spezielle Einnahmequellen zu schaffen, die ausschiesslich zum Spenden gedacht waren und nicht auf unsere Unkosten angerechnet werden sollten. So planten wir eine Tombola, ohne uns jedoch sicher zu sein, ob bei unserer Besuchererwartung von maximal 30 Leuten überhaupt genug Lose weg gehen konnten. Trotzdem organisierten wir 150 Lose, 50 davon sollten Gewinne sein.
Einen Großteil der Gewinne organisierten wir selbst, teils wurden gar extra neue Sachen gekauft, um genug Preise zusammenzubekommen.
Und von da an ging alles Knall auf Fall.
Die Saarbrücker Zeitung, Big FM und Saarland.de berichteten über unser Projekt und wir bekamen sogar Sponsoringangebote. Zunächst aus dem Freundeskreis, so sponsorte Mitveranstalterin Sabine mit Ihrem Dekoladen Tombolapreise, piranja-cola sponsorte uns kistenweise Cola und Schlauerbacken.de lieferte uns leckerste Gruselmuffins und Horrorkuchen für einen Wohltätigkeitsverkauf zugunsten der Creative Commons.

Auch in den sozialen Netzwerken wuchs die Resonanz auf unser Projekt und die Premiere.
So langsam dachten wir, dass wir vielleicht sogar mehr als 30 Gäste zusammenbekommen könnten.
In den letzten 3 Wochen vor der Premiere rotierten wir in jeder freien Minute zugunsten des Hörspiels und der geplanten Premiere.
Noch in der letzten Woche bekamen wir unverhofft weitere Sponsoren dazu. Die Agentur Erlebnisraum sponsorte uns sogar zwei Karten für ein waschechtes Criminal-Dinner. Damit hatten wir einen richtig verlockenden Hauptpreis, den wir ehrlich gesagt selbst gern gewonnen hätten. Natürlich war klar, dass wir als Veranstalter nicht bei der Tombola mitmachten, den Preis sollte schliesslich niemand von uns gewinnen.
Auch Ma Maison, ein hübscher Dekorationsladen in Friedrichsthal sponsorte unsere Tombola mit zwei Einkaufsgutscheinen. Dann, an Halloween, kam unser großer Tag.

Und der wurde größer als erwartet!

Als wir um 19 Uhr öffneten, hatten wir die erwarteten 30 Leute bereits fast erreicht. Gegen kurz vor 20 Uhr, als die Vorstellung starten sollte, war der Kinosaal proppenvoll und dennoch standen noch immer Leute im Foyer, die keinen Platz mehr ergattern konnten. Die Tombolalose waren bereits vor der ersten Vorstellung ausverkauft.
Wir zählten 120 Leute und beschlossen, eine zweite Vorstellung zu machen. Die Tombola und der Kuchen- und Muffinverkauf waren ein voller Erfolg und den Leuten schien unser Hörspiel tatsächlich zu gefallen.

Wir hatten das vierfache der zunächst angenommenen Besucher und unsere Premiere hat uns nicht nur einen Großteil unserer Unkosten erstattet – womit wir bei weitem nicht gerechnet hatten! – wir haben auch noch über 200 Euro zusammenbekommen, die wir nun den Creative Commons spenden können.
Zeitgleich mit dem Ende der ersten Vorstellung ging punkt 21:00 Uhr übrigens auch die Dowload Version des Hörspiels inklusive DVD-Cover und Soundtrack auf moehackett.de online.
Ein rundum gelungener Abend und ein perfekter Release für das erste komplett über Social Media realisierte Amateurhörspiel.
Oder wie Bianca es erklären würde:













